GESPEICHERTES GEDÄCHTNIS


Die Sammlungen des Naturhistorischen Museums Basel umfassen naturkundliche Objekte aus den Fachbereichen Zoologie, Entomologie, Mineralogie, Anthropologie, Osteologie und Paläontologie. Diese herausragenden «Archive des Lebens» werden seit über 300 Jahren bewahrt und erforscht. Als einzigartige Zeugen der belebten und unbelebten Natur kommen die rund 7,7 Millionen Museumsobjekte einem gespeicherten Gedächtnis unseres Planeten gleich.

Einige Sammlungen des Naturhistorischen Museums Basel reichen bis ins Mittelalter zurück. Die Existenz des Museums und mit ihm Basels Renommee als Museumsstadt ist aber vor allem der frühneuzeitlichen Sammelleidenschaft des Basler Bürgertums zu verdanken.
Dieses holte sich die Welt im Kleinen in die Wohnstuben.

Ursprung als Wunderkammer
Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Basis für die heutigen Schätze des Museums gelegt. Zahlreiche Objekte stammen aus dem Kabinett des Basler Mediziners Felix Platter (1536-1614). Weitere bedeutende Stücke gehen auf das Amerbach-Kabinett zurück. Dieser vom Rechtsprofessor Basilius Amerbach (1533-1591) konstituierten Wunderkammer drohte 1661 der Verkauf nach Amsterdam. Die Stadt Basel und die Universität beschlossen, die Sammlung gemeinsam zu erwerben, um sie für die Baslerinnen und Basler zu erhalten.

1821 wurde das Naturhistorische Museum Basel als Naturkundliche Sammlung gegründet. Zum Ausstellen seiner Bestände erhielt es ein eigenes Haus, den Falkensteinerhof am Münsterplatz. Bei der Trennung von Basel-Stadt und Basel-Landschaft im Jahr 1833 wollte man auch die Sammlungen aufteilen. Durch einen Schiedsspruch kam man jedoch zum Schluss, sie dem Staatsvermögen von Basel-Stadt zuzuführen.

 

 

Erster Basler Museumsbau
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stieg der Raumbedarf für die Sammlungen, insbesondere nachdem auch Peter Merian (1795–1883) seine Objekte dem neugegründeten Museum geschenkt hatte. Die Raumnot veranlasste die Verantwortlichen, einen neuen Museumsbau ins Auge zu fassen. Das Areal des ehemaligen Augustiner-Eremitenklosters schien hierfür geeignet. Dies nicht zuletzt, da die Liegenschaft seit der Reformation der Universität gehörte.

Seit 1849 befindet sich das Museum im spätklassizistischen Monumentalbau des Architekten Melchior Berri auf dem Münsterhügel im Herzen der Stadt. Der Berri-Bau ging als erster grosser Museumsbau in die Geschichte Basels ein.

Als Ort der Volksbildung vereinte das Museum Vorlesungs-, Veranstaltungs- und Bibliotheksräume mit natur- und kunsthistorischen Sammlungen. Auch das physikalische Cabinett und das chemische Labor waren im Berri-Bau untergebracht. Erst 1879 zogen die Fachbereiche Physik und Chemie ins Bernoullianum. 1896 fand die Bibliothek ihren Platz im Neubau an der Schönbeinstrasse. Zwischen 1914 und 1917 konnten angrenzende Räumlichkeiten für die völkerkundlichen Sammlungen gefunden werden. In diese Zeit fällt auch die Auslagerung der Kunstsammlung.

Mit der Aula besitzt das Naturhistorische Museum Basel bis heute einen Raum, welcher der Öffentlichkeit für verschiedene Anlässe dient. Unter anderem finden hier die  Antrittsvorlesungen verschiedener Fakultäten der Universität statt.