Neubau Naturhistorisches Museum Basel und Staatsarchiv Basel-Stadt

Das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv Basel-Stadt sind in stark sanierungsbedürftigen Altstadtliegenschaften untergebracht und bewirtschaften mehrere provisorische, externe Depots. Hier lagern die Sammlungen und das Archivgut. Beide Institutionen leiden unter mangelhaften Bedingungen in ihren Magazinen und Lagern, was eine erhebliche Gefahr für das wertvolle Archivgut und die Sammlungen mit sich bringt. Sie benötigen dringend neue Räumlichkeiten, um das wertvolle Kulturgut mit den einzigartigen Beständen langfristig zu schützen.

Naturhistorisches Museum Basel

Die Erforschung, Bildung und Vermittlung der lokalen und globalen Vielfalt der Natur gewinnt zusehends an Bedeutung. Deshalb definiert das Museum seinen Auftrag dahingehend, der Bevölkerung einen verantwortungvollen Umgang mit dem Planeten Erde und seinen Ressourcen zu vermitteln.

Das Naturhistorische Museum Basel verantwortet und betreut regional und international bedeutende naturwissenschaftliche Sammlungen. Diese Zeugen der Natur speichern Informationen über elementare Teile unseres Planeten. Die 11,8 Millionen Objekte (u.a. Mineralien, Fossilien, Insekten, Skelette) sind für Forschende aus der ganzen Welt unersetzbare Grundlagen für ihre wissenschaftliche Tätigkeit.

Staatsarchiv Basel-Stadt

Das Staatsarchiv Basel-Stadt ist das historische Gedächtnis und der zentrale Wissensspeicher des Kantons Basel-Stadt. Es ist eines der meist genutzten Archive mit einem breiten Spektrum an Benutzergruppen. Als Schnittstelle zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sichert es unersetzliches Basler Kulturgut aus rund tausend Jahren Geschichte und stellt dieses der Öffentlichkeit zur Verfügung: schriftliche und audiovisuelle Originalquellen sowie digitale Unterlagen, welche die Tätigkeiten der Behörden und das Leben der Bevölkerung auf Basler Boden widerspiegeln.

STANDORT

Wo soll der Neubau entstehen?
Der Projektperimeter liegt auf ehemaligem SBB-Areal an der Entenweidstrasse im Basler St. Johannsquartier, dessen Entwicklung vom einstigen Industrie- und Arbeiterquartier zu einem beliebten, urbanen Wohn-, Forschungs- und Kulturquartier ungebrochen voranschreitet.
Der Perimeter umfasst 5'345 m2 Grundfläche. Im Süden und Westen grenzt er an das Gleisareal der SBB. Im Norden beinhaltet er die Fläche unterhalb der Luzernerring-Brücke.
Die Attraktivität des gesamten Quartiers rund um Voltastrasse und Vogesenplatz ist im Rahmen des Stadtentwicklungsprozesses ProVolta beständig gewachsen. Auch die Umgestaltung des Areals VoltaNord (Lysbüchel-Areal) nördlich des Bahnhof St. Johann wird diese Entwicklung zusätzlich begünstigen.

Mehrwert Standort
Der neue Standort ist durch den öffentlichen Verkehr wesentlich besser erschlossen als das Museum an der heutigen Lage auf dem Münsterhügel. Die Tramhaltestelle 'Bahnhof St. Johann' liegt wenige Schritte entfernt vor dem geplanten Gebäude. Stadtmitte und Bahnhof SBB sind in jeweils 10 Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Zudem liegen auch der Voltaplatz und der Kannenfeldplatz in Gehdistanz und binden den Neubau an weitere Tram- und Buslinien des öffentlichen Verkehrs an.

Durch die öffentliche Nutzung von Naturhistorischem Museum und Staatsarchiv wird der Wandel des Quartiers unterstützt und die Lebensqualität durch das neue Zentrum Vogesenplatz gesteigert und ein Scharnier zwischen den angrenzenden Quartieren mit deren unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gebildet.

Bauprojekt

Im Juni 2013 bestätigte der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt den Beschluss des Regierungsrates, für den gemeinsamen Neubau des Naturhistorischen Museums und des Staatsarchivs ein Areal im Nordwesten der Basler Kernstadt in unmittelbarer Nähe zum Vogesenplatz und zum Bahnhof St. Johann zu wählen. Damit einher ging die Bewilligung des Grossen Rates, einmalige Ausgaben für die Projektausarbeitung eines Neubaus für die beiden Institutionen unter einem Dach in der Höhe von insgesamt 11 Mio. Schweizer Franken.

Diesem Entscheid waren für beide Institutionen Potenzialstudien für Szenarien in den bisherigen Liegenschaften und umfangreichen Untersuchungen von je 13 möglichen Standorten im gesamten Stadtgebiet vorausgegangen.

Anonymer Projektwettbewerb
Um einen qualitativ hochstehenden Projektvorschlag zu erhalten, wurde 2014/15 ein anonymer Projektwettbewerb durchgeführt. 125 Teams aus aller Welt bewarben sich im Rahmen einer Präqualifikation um eine Teilnahme, 22 Team wurden ausgewählt und zur Ausarbeitung eines Projektvorschlags eingeladen.
Das Projekt ZASAMAME des Teams EM2N Architekten aus Zürich ging als Sieger hervor.

Details und Pläne zum Bauprojekt
EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli Architekten AG

Zahlen

Kennzahlen Naturhistorisches Museum Basel 2018

11.8 Mio Sammlungsobjekte
127'931   Besuchende
1'587 Schulklassen (2/3 aus Basel-Stadt)
19'750 Objektausleihen an andere Museen oder Forschende
435    Wissenschaftliche Besuchertage von insgesamt 175 Forschenden aus 20 verschiedenen Ländern der Welt

 
Kosten gemeinsamer Neubau Museum und Staatsarchiv

143 Mio Anteil Naturhistorisches Museum Basel
71 Mio Anteil Staatsarchiv
214 Mio Gesamtkosten Einmalige Baukosten inkl. Umzugs- und Einrichtungskosten sowie Reserve

Zeitplan

Die Realisierung ist für 2020 – 2023 geplant. Nach einer einjährigen Umzugs- und Einrichtungsphase für das Staatsarchiv bzw. einer zweijährigen für das Naturhistorische Museum Basel wird das neue öffentliche Kulturgebäude ab 2024/25 neue Impulse im aufstrebenden Stadtquartier St. Johann setzen.

Termin Beschrieb
ab 2016 Projektierung
ab 2020 Realisierung
ab 2023 Bezug
2024/2025 Eröffnung

Visualisierung Ostansicht

Neubau Naturhistorisches Museum Basel und Staatsarchiv Basel-Stadt, Ostansicht © EM2N, Visualisierung: Filippo Bolognese